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Erfahrung seit 1983
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.
Zunächst eine gute Nachricht für alle
Schmerzpatienten
Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem
1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation
und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen. Quelle:
Web-Seite der Bundesregierung und
Brief des
Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als
Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.
SPINALSTENOSE
Stenose,
Verengung im
Wirbelkanal oder Rückenmarkskanal
Der Begriff "Spinalstenose"
ist eine gebräuchliche Abkürzung für die Spinal
kanalstenose.
Der Spi
nalkanal, auch einfach als
Wirbelkanal bzw. Rückenmarkskanal bezeichnet, wird von folgenden
Strukturen begrenzt:
Der Spi
nalkanal enthält das Rückenmark und dessen Häute.
Die Spinalstenose
ist eine absolute oder relative Verengung des
Wirbelkanal
s (Rückenmarkskanal) (= Raum, in dem das
Rückenmark und die Spinalnerven verlaufen). Je nachdem, an welcher
Stelle die
Stenose im Wirbelkanal (Rückenmarkskanal)
vorliegt, können sehr unterschiedliche Symptome (=
Krankheitszeichen) auftreten.
Untersuchungen, die den Verdacht auf eine Verengung im Wirbelkanal
erhärten:
- Röntgen: Funktionsaufnahmen und
Spezialprojektionen hpts. der Lendenwir belsäule
- Computertomographie
- Magnetresonanztomographie
- Myelographie
(= Spinalkanaldarstellung mit Kontrastmittel),
Myelo-CT, Funktionsmyelographie
Eine Stenose im
Rückenmarkskanal kann entweder
- angeboren sein (Knochenaufbaustörungen,
Fehlbildungen wie z.B. Achondroplasie (= erbliche
Knochenbildungsstörung)) oder
- erworben werden (z.B. infolge von
Knochenerkrankungen und Verletzungen oder degenerativen (=
abnutzungsbedingten) Veränderungen, seltener auch Tumore)
Am häufigsten kommt es bei einer lumbalen
(= den Lendenbereich betreffenden) Spinalstenose zu
Schmerzen. Als Ursache dominieren degenerative (=
abnutzungsbedingte) Veränderungen.
Bei der Ausbildung
übermäßiger
degenerativer (=
abnutzungsbedingte) Veränderungen
fällt der Bandscheibe eine Schlüsselrolle zu. Der Wassergehalt des
Gallertkernes der Bandscheibe nimmt im Laufe der Zeit ab und damit die
Elastizität, wodurch die Beweglichkeit beeinträchtigt wird. Der Faserring
verliert allmählich seine Haltefunktion, wird rissig und teilweise für die
Gallertmasse durchlässig. Bereits in dieser Phase sind
Bandscheibenvorfälle
möglich. Das Bewegungssegment wird durch diese
Bandscheibenveränderungen
nunmehr instabil, wodurch die Funktionsbewegungen beeinträchtigt werden. Die
Wirbelkörper können sich dann gegeneinander verschieben, worunter die kleinen
Wirbelgelenke besonders leiden und schließlich mit arthrotischen
(= krankhaften)
Veränderungen reagieren (Spodylarthrosen).
Mit zunehmender
Bandscheibendegeneration
(=
Bandscheibenabnutzung)
nähern sich die Wirbelkörper einander und reagieren mit Randzackenbildung (Spondylose)
und Sklerosierung (= krankhafte
Verhärtung)
der Deckplatten (Osteochondrose).
Diese Veränderungen können sich auch nach innen richten und dann zu einer
Stenose im Wirbelkanal
führen und in den betroffenen Segmenten
Schmerz
en hervorrufen, bei entsprechendem Ausmaß treten weitere Beschwerden hinzu, so
z.B. Schmerzausstrahlungen in die
Beine
in Form einer pseudoradikulären
oder gar radikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen die auf eine scheinbar oder
tatsächlich geschädigte
Nerven
wurzel zurückzuführen sind)
bis hin zur
Claudicatio
spinal is.
Dabei kommt es zu Schmerzen und Mißempfindungen im Bereich der Dermatome
(= Nervensegmente)
des Sakralteils (=
Kreuzbein
bereichs)
des
Rücken
marks, die nach einer gewissen Gehstrecke auftreten und beim Stehenbleiben
wieder abklingen.
Medikamentöse
Schmerztherapie bei einer
Stenose im Rückenmarkskanal:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib
oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei Schmerzen aufgrund einer Verengung
im
Rückenmarkskanal eine längerfristige Schmerzmittelverordnung
wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit
vermieden werden. Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen Schmer
zen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder
Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei schmerzhafter Spinalstenose:
Bei anhaltenden
Schmerzen sollten rechtzeitig alternative
Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes
Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit
einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form
von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Infiltrative
Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der
meist verspannten, an die
Wirbelsäule
angrenzenden
Muskulatur.
Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5%
völlig aus.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Periphere
temporäre
(= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Nervenblockade bei
schmerzhafter Spinalstenose:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von
Schmerzausstrahlungen eignen sich bei Rückenschmerzen Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Nervenwurzeln
(= im Schmerzbereich befindliche Nervenaustrittstellen neben der Wirbelsäule).
Im
Lende
nbereich auch
kontinuierlich mit Katheter (*siehe unten).
Schmerz
ausstrahlungen in
Schulter /
Arm,
wie sie bei Spinalstenose der unteren Halswir belsäule
in typischer Weise vorkommen, sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte
hohe Blockade des Plexus brachial
is (=
Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich)
nach Winnie an. Technisch
risikoärmer und oft besser wirksam ist jedoch die
kontinuierliche,
retrograd hohe
Plexus
brachialis-Blockade
mit Katheter (*siehe unten). Der interskalenäre Zugang
ist mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Im Bereich der
Beine
können bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(= Schmerzen die auf eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte Nervenwurzel
zurückzuführen sind)
der vordere
Oberschenkel
nerv (N. femoralis) und / oder der
Ischias
nerv wiederholt blockiert werden, in
hartnäckigen Fällen mit Katheter (* siehe unten).
Eine Periduralblockade
(= rückenmarknahe Betäubung)
im Bereich der Halswir belsäule
erfordert ein strenge Nutzen-/Risikoanalyse.
Die lumbale Periduralblockade
(=
rücken
marknahe Betäubung im
Lende
nbereich),
insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist bei
Rücken
- bzw.
Kreuzschmerzen
aufgrund einer Stenose im
Wirbelkanal bzw. Rückenmarkskanal eine sehr
effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen
durchgeführt werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater
Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko bei der Anzeige "Rückenschmerzen"
als vertretbar eingestuft werden.
Statt mit einem
örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden
auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist
dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende
Wirkung weniger ausgeprägt.
Bei einem sehr schweren und sonst kaum behandelbaren
Rückenschmerz aufgrund
einer
Verengung des Wirbelkanal
s (Rückenmarkskanal) kann zur Durchführung
rückenmarknaher Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut
gepflanzt werden. Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten
Zeitabständen durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
*
Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird
der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen
Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In
bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch
den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche
Betäubungsmittel)
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die
schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese
Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder
degenerative Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Physikalische
Therapie bei Schmerzen aufgrund einer
Verengung im
Wirbelkanal:
Auch die Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die
transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über
Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst
behandeln können. Die Elektroden werden paarig neben der Wir belsäule
im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der
Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Auch eine
Hochtontherapie ist hilfreich.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist bei
Rückenschmerzen
die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen
elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C
abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Rüc kenschmerzen
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen
(Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Rückenschmerzen
lindern.
Die Verordnung von Massagen ist bei auch
Rückenschmerzen
aufgrund einer
Spinalstenose
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein,
aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu
unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber bei Rüc kenschmerzen,
auch aufgrund einer
Stenose im Wirbelkanal
die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen
ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern und
längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es, die
Muskeln
neben der Wir belsäule
zu trainieren, da auf Dauer nur eine kräftige/suffiziente
Muskulatur
eine statische und dynamische Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Auch eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie) kann schmerzlindernd wirken.
Andere
Therapiemaßnahmen bei Schmerzen aufgrund einer
Spinalstenose:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und
Vermeidung von übermäßigen Wir belsäulenbelastungen
(funktionelle Ergotherapie bzw.
Rückenschule). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die
betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der Musku latur
erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem
Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei Rüc kenschmerzen
eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären
Entspannung führen, ebenso Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychologische /
psychotherapeutische
Interventionen können beim ausgeprägten
"psychosomatischen Schmerz" angezeigt sein, da auch verdrängte Konflikte
muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken können.

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